Die Rinne schläft ein - Tipps für den Winter am Kanal von Sascha Straube

Der Asphalt knirscht, oder ist das eher der Gummi des Trolley-Rades auf dem ersten Streusalz entlang der Spundwand? Es ist die kalte Endphase nach einer heißen Saison am Kanal.
Genau die Zeit, in der die ersten Nachtfröste einsetzen.
Genau die Zeit, zu der sich die Angler zweimal überlegen, ob sie noch eine Nacht machen.
Genau die Zeit, zu der die Ufer menschenleerer werden.
Genau die Zeit, zu der es still wird. Selbst am Kanal, inmitten der Stadt.
Es ist ungemütlich, kalt, ein Grau in Grau im Wechsel mit langen eisigen Nächten.

Kalt, kälter, Kanal
Mittlerweile ist die Wassertemperatur bis auf 8 Grad gefallen – und sie fällt noch weiter. Mit der stetigen Wasserumwälzung durch die Schleusen kühlt es selbst in der vier Meter tiefen Fahrrinne rasch ab. Das bedeutet: Die Karpfen ziehen nicht mehr eifrig durch die Wasserstraße. Über den Winter in dem kalten Wasser werden aus den umherziehenden Nomaden standorttreue Seelen. Jetzt gilt es für uns, die Fische zu finden, zur richtigen Zeit am richtigen Spot zu sein. Hier kommt der Faktor Erfahrung ins Spiel. Wo finde ich strömungsberuhigtere Bereiche, tiefe, vielleicht schlammige Löcher oder Unterstände wie Häfen und Daueranlegestellen. Verraten werden sich die Fische durch Rollen oder Springen nicht mehr. Träge, fast lethargisch stehen sie in ihren Unterständen und verharren dort tagelang. Man ist jetzt teilweise so nah bei den Fischen und doch so weit von ihnen entfernt.

Lieber mobil
Aussitzen bringt hier rein gar nichts. Jetzt sind wir mobil mit leichtem Gepäck unterwegs. Den Trolley bepackt mit den nötigsten Utensilien, um den Fischen nachstellen zu können, dazu ein paar Zusatzklamotten, eine gut gefüllte Thermoskanne und eine Portion Spekulatius. Wenig, dafür hoch attraktives Futter für die Fische. Weniger ist hier definitiv mehr! Eine Dose RZ Fluo PopZ mit BaitZpray und eine Handvoll Boosted Rambazambas reichen völlig aus. Dazu noch der passende Teig ums Blei – mehr Attraktion geht nicht!

Mehr Spots = mehr Chancen
So arbeiten wir pro Tag oder pro Session zwei bis drei Spots ab, an denen wir die Fische vermuten. Es geht hier um Logik. Auf der freien Strecke ist es eher die Ausnahme, Fische ausmachen zu können. Jedem Spot geben wir zwei bis maximal drei Stunden Zeit. Entweder wir sind am Fisch oder nicht. Wie gesagt, aussitzen ist hier nicht angebracht. Irgendwie fühlt es sich ein wenig wie jagen an. Aber genau das macht den Reiz des Winterangelns doch auch aus. Es ist anders und genau deshalb so faszinierend. Und selbst wenn der Erfolg auch mal ausbleibt, es geht auch immer um die Zeit die man mit dem Hobby verbringt und die Vorfreude auf das, was da vielleicht aus der eisigen Tiefe noch kommen könnte…
Ich wünsche euch warme Hände und Füße!

Sascha Straube

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