Nürnbergs Most Wanted! Florian Schwarz fängt 'Bella Donna' mit 28 kg.

Ende März, als die Temperaturen langsam zu steigen begannen und keine Nachfröste mehr zu erwarten waren, bereitete ich die ersten Kanalsession vor. Ich war schon frühzeitig im Jahr unterwegs und bemerkte bei meinen Instantansitzen, dass die Fische langsam aktiv wurden. Erfahrungsgemäß ist dies die beste Zeit, neben dem Herbst, eine Kampagne anzufangen. 

 

Die natürliche Nahrung kommt gerade erst hoch und durch den steigenden Stoffwechsel der Fische bekommt man sie schnell aufs Futter. Meine Wahl fiel auf einen Kanalabschnitt an dem ziemlich großer Angeldruck herrscht. Also war bei der Spotentscheidung etwas Kreativität gefragt. Ich entschied mich für eine Stelle, die mit einem langen Fußweg verbunden war. Dort, war ich mir ziemlich sicher, fliegt höchstens mal ein Gummifisch ins Wasser.

 

Alle zwei Tage machte ich einen ausgedehnten Spaziergang, bei dem ich anfangs 5KG RZ Base in 15/20/25 in dem Verhältnis von je 1/3 und 5KG Tigers einbrachte. Nach 1 1/2 Wochen fütterte ich nur noch Zambas, in gleichem Verhältnis und Menge. Die ganz Aktion dauerte drei Wochen.

 

Mein Plan war es, konstant qualitativ hochwertiges Futter einzubringen und nicht darauf zu fischen.

Natürlich ist das ein komisches Gefühl, über diesen Zeitraum den Aufwand zu betreiben, ohne den Platz mal ‚anzutesten‘. Aber ich habe Stand gehalten. Bei der ganzen Aktion half mir mein Kumpel Ingo.

 

 

17.04.2020!!!!! - Endlich auf zum Angriff

 

Wir waren sehr gespannt auf das erste Fischen. Hat sich die Mühe gelohnt? Das wird sich heute entscheiden. Wir fischen RUN to RUN, wessen Rute zuerst läuft ist dran, danach im Wechsel. Ich fische im Kanal sehr harte Ruten (FreeSpirt HI’s IVE ER), denn man muß manchmal ordentlich gegenhalten können. 0,42 Hauptschnur und 60Lbs Leader auf einer Daiwa S5000t sind bei mir Pflicht.. 

Vor den Hybrid Lead Clip kommt noch etwas Dark Matter Tube, um den Bereich hinter dem 6oz Grippa Blei sicher am Grund zu halten. Um 14:00 trafen wir am Spod ein, nach dem Aufbauen schnickten wir unsere Rigs in die Rinne. Ich fischte ein D-Rig mit 0,40er Fluro an einem 4er Solar 101 der mit dem Krimptool einen leichten Drücker bekam, um das Fluro „cremiger“ austreten zu lassen. Als Köder verwendete ich einen 20er RZ boosted mit den gelben Popz als Schneemann montiert. So, jetzt war abwarten angesagt, die Spannung war greifbar, hat sich die Arbeit gelohnt? Sehen wir heute noch einen von den uns so geliebten Rüsslern?

 

Punkt 15:00 Uhr, ich bekam ein Paar einzelne Pieper, danach wurde langsam der Swinger nach oben gezogen. Das Problem an der Sache? Ich brachte gerade meinen getrunkenen Kaffee an der spärlichen Vegetation weg. Somit hatte ich keine Hand frei. Ingo nahm geistesgegenwärtig die Rute auf, ich rief ihm zu, er soll ruhig fertig machen. Aber er gab mir nach der Kontaktaufnahme die Rute. Ich spürte nur leichten Druck am Ende. Aber eins war uns jetzt schon klar, der Platz war angenommen. Mitten auf Strecke um diese Uhrzeit, nach der kurzen Zeit, ist es sehr unwahrscheinlich, aber auch nicht unmöglich, einen Fischkontakt zu bekommen. Bald drehte sich der Fisch und schwamm von mir weg, jetzt war mir klar, das ist kein Satzer. Langsam, tief und kontinuierlich zog er seines Weges. Ich lief ein gutes Stück mit, baute konstant Druck auf, nach ein paar Minuten hatte ich Erfolg. Der Fisch drehte sich und ich konnte ihn langsam Richtung Oberfläche pumpen.

 

Schiff ahoi, im doppelten Sinne

 

Es zeigte sich ein Schimmer vom goldenen Schuppenkleid, „das ist ein großer Fisch“ sagte Ingo. Ich realisierte noch nicht richtig, was denn da am Haken hing. „Ein Schiff!", sagte Ingo erschrocken. Ich drehte mich um und sah den Kahn. Der Fisch war noch nicht im Netz, die Anspannung stieg ins Unermessliche. Sollte ich den Schuppi ins Netz bekommen, bevor der Sog des Schiffes ihn erfasste?

 

Eine letzte Flucht, der Schuppi zeigte uns seine unverwechselbare Flanke, BELLA schrie Ingo.

Die Königin der heimischen Wasserstraße, zum Greifen nah, aber immer noch nicht im Netz. Das Schiff kam immer näher, aber jetzt, ein rascher Reflex meines Kumpels und sie war in den Maschen. Surreal, neuer Spot, erster Lauf, BELLA. Die Freude brach aus mir heraus und ich schrie mir die Anspannung von der Seele.

 

„Flo,das Schiff!", machte sich Ingo bemerkbar, der das Netz fest in der Hand hielt. Ich kletterte die Leiter hinunter, um die Sling unter das Keschernetz zu schieben. Jetzt war das Schiff da, der Sog erfasste den Fisch im Netz und die Sling die sich ebenfalls im Wasser befand. Ich konnte einen Henkel noch festhalten der andere tanzte im Sog. Ein neuer Versuch, es klappte. Die Königin war unversehrt in der Sling und konnte an Land versorgt werden. Ich hatte sie!

 

Ich wäre schon froh gewese, bei dieser Session überhaupt einen Karpfen zu sehen. Aber das… Unglaublich. Bis zum Abtacklen um 20:00 Uhr hatten wir noch fünf weitere Aktionen. Davon zwei Doppelruns. Ein unvergessliches Erlebnis, an das ich mich jederzeit gerne erinnern werde. Und eines, das mein Vertrauen in die Zambas ziemlich steigen ließ :-)

 

TL,

 

Euer Flo

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