Florian Probst fängt den Seekönig: 31,4kg

Der König des Sees...

Grundsätzlich wollte ich diese Nacht nicht am Wasser verbringen – die Bedingungen waren insgesamt nicht gut, auch das Wetter, die Temperaturen und die Mondphase der vergangenen Tage ließen weder auf Fangrausch, noch auf die Chance, größere Einzelfische zu erwischen, schließen... dachte ich zumindest, bis ich mir die Vorhersage für den Luftdruck in dieser Nacht genauer anschaute! Dazu ist zu sagen, dass dieses Gewässer unheimlich schwer einzuschätzen ist, aber eine kleine Besonderheit konnte ich für mich feststellen. Ca. 90 % der großen Fische die ich hier in den vergangenen Jahren auf meine Liste setzen konnte, fing ich bei einem Luftdruck von exakt 1017hpa und langsam ansteigenden Druck. Zwar habe ich einige Vermutungen, warum bei leicht steigendem Druck, aber eine genaue Begründung für die 1017hpa habe ich nicht – ich weiß nur, dass es so ist! Davon habe ich auch von anderen Anglern gehört, die der Meinung sind, dass es an manchen Gewässern einfach diese eine magische Zahl gibt, was den Luftdruck angeht. Genau heute sollte der langsam ansteigende Druck um ca. 01:00 Uhr nachts die “magische” 1017 auf der Skala erreichen. Daraufhin entschloss ich mich, dem Ganzen doch einen Versuch zu geben. Ich dachte mir: “Wenn es der richtige ist, dann reicht ein Biss!”. 

Unauffällig auffällig…

Als ich am See ankam, war es bereits dunkel und ich machte schnell zwei Ruten mit Snowmans klar, bestehend aus je einem 20mm Boosted Boilie und einem kleinen Rambazamba washed out Pink Popz – einfach aus dem Grund, dass diese Farbe zur Zeit in der Wassertiefe von rund fünf Metern perfekt für mich funktioniert und immer wieder gute Fische ans Band bringt. Meine Rambazamba Poppies behandle ich grundsätzlich bereits in der Dose mit unserem Baitspray, um einen hochattraktiven Köder zu erhalten und nach einigen Wochen des Testens, kann ich dieses Spray nur jedem empfehlen – mehr Attraktion geht nicht! Die beiden Rigs, bestehend aus 4er Choddy‘s und beschichtetem, geflochtenem Material auf dem Zamba-Futterplatz abgelegt und lediglich eine “unauffällige” Hand Boilies großflächig drüber gestickt, legte ich mich hin um zu warten. Um ehrlich zu sein, war es schwer ruhig zu schlafen, da ich immer dieses Gefühl im Hinterkopf hatte, diesem einen Fisch so nahe zu sein, wie das ganze Jahr über noch nicht. Ich bin keines Falls jemand, der nur auf Zielfische angelt, aber dennoch gibt es Fische, die man unbedingt fangen möchte und in dieser Liste reiht sich der riesige Schuppi definitiv ein. Anfangs tat sich nicht besonders viel in dieser klaren, kühlen Herbstnacht. Keine rollenden Fische waren zu hören, lediglich die Kau-Geräusche des Bibers waren zu vernehmen, der am Ufer die Rinde von ein paar Ästen fraß. 

Ein Berg von Fisch

Während ich den Geräuschen der Nacht lauschte, fielen mir schließlich irgendwann die Augen zu und plötzlich – wie sollte es anders sein – kurz nach Mitternacht riss mich der Delkim aus dem Schlaf. Ein kurzes Signal und dann Pause, angespannt blickte ich auf den Receiver und wartete... einige endlos wirkende Sekunden später, kam endlich der erlösende Run! Schnell lief ich runter zu den Ruten und nahm Kontakt auf. Im ersten Moment spürte ich bereits eine langsame, aber doch bestimmte Flucht und kurz darauf fühlte es sich an, als hätte sich der Fisch in einem Hindernis festgesetzt. Relativ schnell merkte ich jedoch, dass das nicht der Fall war – es war lediglich der Fisch, der wie ein Betonklotz am Grund stand und keinerlei Anstalten machte, nachzugeben! Jeder kennt den Druck und die Nervosität, die man verspürt, wenn man einen dicken Fisch am anderen Ende der Schnur vermutet – jetzt bloß keine Fehler machen! Mit leichtem, beständigem Druck konnte ich mein Gegenüber schließlich dazu bewegen, die Richtung zu ändern und plötzlich kam der Fisch, etwa 15 Meter vom Ufer entfernt an die Oberfläche. Im Kegel meiner Kopflampe konnte ich die Silhouette eines richtig großen Fisches erkennen und ich dachte mir “das könnte er sein, ich kenne den Fisch – die lange hohe Form, die gräuliche Farbe – das muss er sein!”. In diesem Moment rutschte mir das Herz in die Hose und das Adrenalin schoss spürbar in die Höhe! Nach ein paar weiteren endlos wirkenden und nervenaufreibenden Augenblicken konnte ich den Boliden schlussendlich über meinen Kescher führen. In der Dunkelheit stand ich da am Ufer in vollkommener Stille und zog den Kescher langsam zu mir her, um einen ersten Blick auf den Fisch zu bekommen... Als ich den unfassbar breiten Nacken des Fisches sah, war alles klar – Er war es... der König des Sees! Ein unbeschreibliches Gefühl überwältigte mich und ich ließ meiner Freude freien Lauf, “JA! ENDLICH!” schrie ich und konnte es irgendwie immer noch nicht glauben. Es machte wirklich den Eindruck, als könnte er die 30kg überschreiten, also rief ich einen Kumpel an, ebenfalls Angler, der natürlich sofort ins Auto sprang und an den See kam, um den riesigen Schuppi zu wiegen und abzulichten. Die Waage bestätigte es einige Minuten später... 31,40kg nach Abzug der Sling! 

Für mich ein neuer PB und die größtmögliche Bestätigung in die Baits, die Taktik, das Mindset und ganze Arbeit, die ich in den Platz steckte, die jetzt in diesem unfassbaren Fisch gipfelte. Solche Geschichten schreibt nur das Angeln!

 

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