Der Fisch des Lebens – von Fabian Hobe

Und wieder einmal hat sich alles zum Guten gewandt – die Energie die man dem Universum aussendet, bringt einem früher oder später etwas Gutes zurück, nicht wahr?

Aber fangen wir von vorne an…
2018 war ein Kräfte zehrendes, herausforderndes und wegweisendes Jahr. Nach Diagnose meiner Krankheit und Trennung meiner langjährigen Partnerin war die Leidenschaft zu meinem Hobby oft der einzige Silberstreif am Horizont und schenkte mir die Kraft, durch zu halten. Nach zwei langen Jahren stehe ich nun wieder mit beiden Beinen fest im Leben und bin stärker als je zuvor. Ich lernte meine neue liebe Kerstin und ihren wunderbaren Sohn kennen und von nun an sollte sich alles in einem atemberaubenden Tempo entwickeln. Nach erstem Kennenlernen und auch bei einer Session übers Wochenende am Vereinssee fühlte sich alles vertraut und richtig an. Das Schicksal hatte noch großes mit uns vor und bald erhielt ich die freudige Nachricht „ICH WERDE PAPA!“

Der Drang zum Wasser
Im Juni 2020 war es dann soweit, ich wurde Vater einer gesunden und wunderschönen Tochter. Von nun an war alles in eine magische Energie gehüllt, aber ich musste auch mein geliebtes Hobby unserem Familienglück hintenanstellen. 2021… die Welt war lange schon nicht mehr die die wir kannten, stand seit langem im Schatten von Corona und wurde durch viele Einschränkungen und faule Kompromisse geprägt. Selbstverständliche und banale Dinge waren eben nicht mehr selbstverständlich und banal. Es war mittlerweile schon Mitte Mai, um genau zu sein es stand das Vatertagswochenende bevor. Da dies mein erster echter Vatertag war wollte ich diesen auch standesgemäß zelebrieren. Also schlug ich Kerstin vor, in unserem Camper ein langes Wochenende am See zu verbringen. Trotz „Corona Ausgangssperre“ und dem damit verbundenen Risiko erhebliche Bußgelder in Kauf zu nehmen, wollte ich mich nicht mehr wie ein wegsperren lassen und gab dem Drang zum Wasser nach. 

Slow start

Voller Vorfreude machten wir den Camper startklar, doch schon nach kurzem musste ich feststellen, der Platz für Tackle war sehr limitiert, also begrenzte ich mich auf die wirklich elementaren Dinge und verstaute sie im und am Camper. Am See angekommen bezog ich meine Stelle und trotzte den Wetterkapriolen unter freiem Himmel nur mit einem Bedchair Cover ausgerüstet. Die erste Nacht verlief ereignislos…ob ich meinen Skills noch trauen konnte, begann es in mir zu grübeln. Also checkte ich nochmals die Wassertemperaturen der entsprechenden Tiefen und blieb meiner Taktik treu. Beide Ruten wurden wieder zwischen 3 und 3,5m abgelegt und mit eher auffälligen Schneemännern bestückt. Als Köder dienten 24mm Boilies gepaart mit 15mm Rambazamba Fluo PopZ in Pink und Gelb.

Fuck, der hat sich schon festgeschwommen

Passend zur Dämmerung begann es wieder zu regnen und ich lauschte unter dem Cover kauernd zuerst einigen Audio Coachings der Zilla's und dann den fetzenden Carpytänen. Punkt 0 Uhr rissen mich 4 einzelne Pieper der Sounderbox, die sich dann in einen ordentlichen Fullrun wandelten, aus meiner trockenen Höhle. Als ich die Rute aufnahm war mein erster Gedanke „Fuck der hat sich schon festgeschwommen", doch ich konnte stetig Schnur gewinnen. Nachdem ich mein Gegenüber ausreichend vom Hindernis fernhalten konnte beschloss ich, ins Schlauchboot zu steigen und sofort gab er mir klar zu verstehen, dass er in einer anderen Liga als meinen bisherigen Fänge spielte. Wie am Grund des Gewässers und auf Schienen gespurt begann er, mich in meinem kleinen Schlauchboot zu ziehen.

 

Routine bitte
Routiniert ließ ich mich nicht beeindrucken und machte meinem Widersacher ordentlich Druck, doch als er nach einer gefühlten Ewigkeit das erste Mal im Lichtkegel meiner Kopflampe erschien bekam ich weiche Knie und stellte die Bremse sofort zwei Takte weicher ein. Fortan begann ich mir gut zuzureden und Mut zu machen…das klappt schon, du hast Zeit, mach in Ruhe, nur nichts erzwingen und als endlich die Maschen des Keschers den riesigen Körper schluckten, wusste ich nicht wie mir geschah. Bis ich den Fisch dann sicher versorgt hatte, graute fast der Morgen, doch nach schlafen war mir nicht zu Mute und ich konnte meine Freude mit niemandem teilen, da alle friedlich schliefen. Gleich nach dem Frühstück bat ich meine Partnerin zum Fototermin ins Wasser, um diese sagenhafte Schönheit als bald als möglich wieder in ihr Reich zu entlassen. Später am Tag erfuhr ich, es handelte sich tatsächlich um die Königin des Sees.
Das war die Story zu meinem wortwörtlichen Fisch des Lebens.

 

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