Es ist düster, es ist kalt - ich bin wach. Die Augen gehen langsam auf und der Blick geht nach oben. Das Wasser hängt in dicken Tropfen an der Decke meines Brollys. Eigentlich hätte ich von einem der dicken und eisigen Tropfen die die Zeltwände herunterfließen geweckt werden müssen. Ein ungemütlicher Anblick ist das! Nur gut, dass ich mir während dieser eisigen und frostigen Nacht den Schlafsack samt Überdecke komplett über den Kopf gezogen hatte. Dazu noch die Mütze über die Augen und den Schlauchschal über die Nase. Man hätte mich entführen können, ich hätte nichts gehört oder gesehen – es ist Winter…
Und so ging alles seinen Gang. Endlich Freitag, Feierabend, raus aus der Arbeit. Schnell heim, kurzes Training, frisch machen, bevor es ans Wasser geht und noch etwas zum Essen einpacken. Treffpunkt: an den Glasfassaden der Industrie, um 18 Uhr. Ein bewachter Firmenparkplatz zum Karpfenangeln wartete ab dann nur auf uns…
Als ich vor einiger Zeit das Buch „Wassermann / Karpfenzeit 2“ las, stellte ich bei Christopher Paschmanns Ausführungen über Köder/Attraktoren und deren Wirkung auf Karpfen fest, dass sich seine Ausführung mit meiner Vorstellung vom „zu Ende gedachten“ Boilie deckten. Daher war es keine Überraschung, dass ich mich bei Bekanntgabe des Köders erstmals nach zig Jahren wieder auf einen neuen Köder einlassen sollte. 5kg Rambazamba boosted landeten nach einem kurzen Gespräch mit Mark schnell in meinem Keller und die Erwartung an die anstehende Herbstsession stieg.