In der kalten Jahreszeit zieht es mich oft an den kleinen Fluss. Die Fische sind dort meist noch länger aktiv als in den Seen und Kanälen die ich befische. Diese Art der Fischerei ist in den letzten Jahren ein fester Bestandteil meines Jahresrhythmus geworden. Es ist dabei sehr wichtig, den Fluss gut zu kennen und zu wissen, wo sich die Fische auch im Sommer aufhalten. An diesen Plätzen werden sie sich auch im Winter gerne einstellen.
Es ist düster, es ist kalt - ich bin wach. Die Augen gehen langsam auf und der Blick geht nach oben. Das Wasser hängt in dicken Tropfen an der Decke meines Brollys. Eigentlich hätte ich von einem der dicken und eisigen Tropfen die die Zeltwände herunterfließen geweckt werden müssen. Ein ungemütlicher Anblick ist das! Nur gut, dass ich mir während dieser eisigen und frostigen Nacht den Schlafsack samt Überdecke komplett über den Kopf gezogen hatte. Dazu noch die Mütze über die Augen und den Schlauchschal über die Nase. Man hätte mich entführen können, ich hätte nichts gehört oder gesehen – es ist Winter…
Der Winter ist da, die Umstände werden zusehends schlechter und an meinem Hausgewässer, einer ca. 14 Hektar großen Kiesgrube, geht so gut wie nichts mehr. An effektives Angeln ist nicht zu denken. Der Drang fischen zu gehen und Karpfen zu fangen treibt mich jedoch weiterhin nach draußen, auch um neben dem stressigen Job im Homeoffice und Homeschooling mit meiner 6 jährigen Tochter abzuschalten, Energie zu tanken und nebenbei den Hund zu bewegen. Und mit einer passenden Herangehensweise an einem passenden Gewässer klappt das sogar mit dem Erfolg!